Studentische Radioprojekte in Halle

Sexuelle Diskriminierung an der Universität Halle – der Rektor bezieht Stellung

Es gab und gibt an der Martin-Luther-Universität in Halle sexuelle Belästigung. Bereits vor einem Jahr haben Studierende Beschwerde gegen einen Dozenten eingereicht. Die Folge: Dem Dozent wurde gekündigt. Alles gut – könnte man meinen. Aber: Der Dozent erhob Kündigungschutzklage. Im Mai kam es dann vor dem Arbeitsgericht Halle zur Verhandlung. Die Kündigungsschutzklage des Dozenten war erfolgreich. Der Grund: Die Kündigung hatte keine Rechtsgrundlage. Die Hochschulstrukturen haben demnach versagt. Das kritisiert das Bündnis gegen sexuelle Diskriminierung.

Der Rektor der Universität, Prof. Dr. Udo Sträter, hat im Gespräch mit Radio Corax Stellung zu den Vorwürfen genommen.

Hier geht es zum Bündnis gegen sexuelle Diskriminierung

Kein Kavaliersdelikt. Über aktuelle Fälle sexueller Diskriminierung an der Universität in Halle.

Es gab und gibt an der Martin-Luther-Universität in Halle sexuelle Belästigung. Bereits vor einem Jahr haben Studierende Beschwerde gegen einen Dozenten eingereicht. Die Folge: Dem Dozent wurde gekündigt. Alles gut – könnte man meinen. Aber; Der Dozent erhob Kündigungschutzklage. Im Mai kam es dann vor dem Arbeitsgericht Halle zur Verhandlung. Die Kündigungsschutzklage des Dozenten war erfolgreich. Der Grund: Die Kündigung hatte keine Rechtsgrundlage.

Radio Corax berichtet über ein Versagen der Hochschulstrukturen und eine Universität, die vieles unter den Teppich kehrt.

Hier geht es zum Bündnis gegen sexuelle Diskriminierung

Geo bleibt! – die geplante Schließung des Instituts für Geowissenschaften

Hochschulen werben landesweit mit eigenen Kampagnen um Studierende. “Studieren in Fernost” nennt sich die Kampagne von Ostdeutschen Unis. Ein Mittel, mit dem sich Unis auch profilieren können ist das CHE-Hochschulranking der Zeit. Darin werden regelmäßig Studiengänge deutschlandweit nach bestimmten Kriterien wie etwa Bibliotheks- und Laborausstattung verglichen. In dem aktuellen Ranking schneidet die MLU mit einem Studiengang besonders gut ab. Die Lehramtsausbildung der Geografie ist deutschlandweit auf Platz eins des CHE-Hochschulrankings gelandet. Auch wenn es begründete Zweifel an der Seriösität des CHE-Rankings gibt – die Geografie ist schon lange ein vielbeachtetes Studienfach in Halle.

Umso verwunderlicher ist es, dass die Geografie und die Geologie an der MLU geschlossen werden soll. Laut den Kürzungsplänen des Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Möllring soll das Institut für Geowissenschaften an der Uni Halle neben einigen anderen Instituten dicht gemacht werden.Eine Begründung dafür wurde bislang nicht geliefert. Das hat bei Studierenden und MitarbeiterInnen am Institut für Unverständnis gesorgt. So auch bei Prof. Dr. Heinisch aus der Geologie.

Radio Corax hat sich mit Prof. Dr. Heinisch über die angedrohte Schließung des Institus unterhalten.

Auch sie können aktiv werden und sich für den Erhalt des Fachbereichs der Geowissenschaften aussprechen.Das geht zum Beispiel auf der Plattform openpetition.de – dort ist die Petition “Geo bleibt – gegen die geplante Schliessung der Geografie an der MLU Halle Wittenberg” zu finden.

Protest ohne Wirkung? Eine kleine Geschichte der Uniproteste in Halle

Seit Monaten protestieren Studierende der Uni Halle gegen die angedrohten Hochschulkürzungen. Wenn es nach den Plänen der Landesregierung geht, sollen bis zu fünf Institute an der MLU geschlossen werden. Um diese Kürzungen abzuwenden haben sich die Studierenden organisiert, vernetzt, demonstriert und besetzt. Von der Landesregierung kam kaum eine Reaktion. Die derzeitigen Semesterferien sind da denkbar ungünstig. Denn nun könnte ein günstigster Moment für Kürzungsbeschlüsse sein, die quasi an der Aufmerksamkeit der Studierenden und an der Öffentlichkeit vorbei gefällt werden könnten. Nicht das erste mal könnte sich ein Uniprotest durch die Semesterferien und beschlossene Tatsachen verlaufen.

Ein Rückblick auf die Uniproteste der vergangenen Jahre.

Wohin mit den freiwerdenden Bafög-Millionen und Ade Hochschulautonomie?

Bundesweit wird an Hochschulen gespart. So bekanntermaßen auch in Sachsen-Anhalt. Doch vor Kurzem gab der Bund eine Entwarnung für die landesweite Kürzungspolitik. Das Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern in Bezug auf Bildungsaugaben wurde zum Teil gekippt. Das heißt, dass nun nicht mehr allein die Länder für ihre Hochschulen und Bildungseinrichtungen zuständig sind. Das haben Studierende und LandespolitikerInnen schon lange gefordert. In diesem Zug hat der Bund angekündigt, die Bafög-Mittel künftig allein zu tragen. Das damit frei werdende Geld sollten die Länder besten Gewissens in die Bildung investieren. Das würde bedeuten, dass in Sachsen Anhalt knapp 30 Mio. Euro mehr für Bildung und Hochschule da ist. Eigentlich. Doch die Landesregierung Sachsen-Anhalts will an ihrem Sparkurs für die Hochschulen festhalten und die Bafög-Gelder anders verwenden. Laut Sicht der Opposition, wolle die Landesregierung das Geld zur Haushaltskonsolidierung nutzen.

Eine weitere Meldung der letzten Woche zur aktuellen Hochschulpolitik kam aus dem Wissenschaftsministerium. Der zuständige Minister Möllring hat angekündigt, die Hochschulautonomie im Land abzuschaffen. Medienberichten zufolge, will er künftig das Minsterium darüber entscheiden lassen, welche Institute an Hochschulen geschlossen werden sollen. Die Hochschulen würden ihre Entscheidungsgewalt über ihre eigene Sturktur damit verlieren. Laut der Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Claudia Dalbert, verstößt dieser Vorschlag von Wissenschaftsminister Möllring gegen die Freiheit von Forschung und Lehre und damit gegen das Grundgesetz.

Wir haben uns mit der Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Claudia Dalbert, über die Landtagsdebatte zur Verwendung der Bafög-Mittel und über den Vorschlag von Möllring zur Entmachtung der Hochschulen unterhalten. Zunächst klärt sie auf, um welche Höhe es sich bei den frei werdenden Mitteln handelt.

Claudia Dalbert im Gespräch mit Radio Corax.