Studentische Radioprojekte in Halle

In Halle wurde der bundesweite Bildungsstreik 2014 ausgerufen

Am vergangenen Wochenende fand an der Uni Halle ein bundesweites Vernetzungstreffen gegen Kürzungen an den Hochschulen statt. Etwa 70 Studierendenvertretungen aus ganz Deutschland hatten sich getroffen um über eine Neuauflage des Bildungsstreiks zu sprechen. Dazu aufgerufen hatte das hallesche “Aktionsbündnis MLU – Perspektiven gestalten” und der Studierendenrat der Uni Halle. Die Studierenden tauschten sich auf dem Treffen über gemeinsame Probleme und Aktionsideen aus. Im Fokus standen dabei bundesweite Kürzungen und der Demokratieabbau innerhalb der Hochschulstrukturen. Zum Abschluss der Konferenz wurde eine gemeinsame Resolution verabschiedet, in der  die Studierenden zum Beispiel die Aufhebung des Kooperationsverbots des Bundes, sowie die Ausfinanzierung der Hochschullandschaft fordern. Mit dem Vernetzungstreffen wurde der Bildungsstreiks 2014 eingeleitet. Regionale und bundesweite Aktionen sollen folgen.

Radio Corax hat sich mit Judith und Felix vom Aktionsbündnis über bislang geplante Aktionen und gemeinsame Positionen unterhalten.

Studentische DolmetscherInnen – Die Hallesche Interkulturelle Initiative

Wer hierzulande nicht fließend Deutsch spricht, hat es im Alltag schwer. Besonders bei Behördengängen treffen Zugewanderte und MirarbeiterInnen auf Sprachbarrieren. In Halle gab es bislang noch kein funktionierendes Konzept, diese Barrieren abzubauen. Das will die studentische Gruppe “Hallesche Interkulturelle Initiative” ändern. Die Initiative versammelt studentische DolmetscherInnen, die ausländischen BürgerInnen in Halle eine Übersetzung bei Behördengängen und Arztbesuchen anbieten. Die Übersetzung verläuft direkt über Telefon. Derzeit befindet sich die HIKI noch im Aufbau.

Radio Corax hat sich mit Mariya und Tess von der Halleschen Interkulturellen Initiative unterhalten.

Die HIKI braucht noch weitere DolmetscherInnen. Vor allem für die Sprachen Vietnamesisch und die verschiedenen Dialekte des Arabischen. Bist du also fließend zweisprachig, hast Lust am interkulturellen Austausch und bist motiviert mit deinen Kenntnissen anderen dolmetschend zur Seite zu stehen? Dann meld dich bei der Halleschen Interkulturellen Initiative unter halle-iki.de

Studierende helfen syrischen Flüchtlingen in Halle

In Halle leben mittlerweile einige Familien, die vor dem Bürgerkrieg in Syrien geflüchtet sind. Die Kinder aus diesen Familien wurden auf verschiedene Schulen in Halle aufgeteilt. Für bis dato elf Kinder an der Sekundarschule Kastanienallee Halle-Neustadt kann bislang kein angemessener Förderunterricht angeboten werden. Diese Lücke wollen Studierende des Orientalischen Instituts und der Germanistik füllen. Im Rahmen eines Praktikums bieten sie den LehrerInnen und syrischen Flüchtlingskindern ihre Unterstützung an. So etwa bei der Vermittlung der deutschen Sprache und bei den Hausaufgaben.

Radio Corax hat sich mit dem Orientwissenschaftler Björn Bentlage über das Projekt der Studierenden unterhalten.

Über dieses Projekt und weitere Beispiele gesellschaftlichen Engagements von Studierenden informiert das Orientalische Institut am Mittwoch, dem 9. April, 18:30 im Mühlweg 15. Interessierte sind herzlich eingeladen.

1000 Studienplätze und einige Institute sind in Gefahr – Der Hochschulstrukturplan des Landes

Seit Monaten ist bekannt, dass die Landesregierung an den Hochschulen sparen will. Nach und nach werden Einzelheiten dieser Sparpläne bekannt. Während man sich vergangenes Jahr schon gemeinsam mit den Hochschulrektoren auf eine Sparsumme geeinigt hat, ist vergangene Woche nun ein konkretes Sparkonzept der Landesregierung veröffentlicht wurden. Der Hochschulstrukturplan. Der Wissenschaftsminister Möllring hat damit einen Plan vorgelegt, der die Hochschulen in den nächsten zehn Jahren vor erhebliche Herausforderungen stellen wird. Besonders betroffen sind die beiden Universitäten Halle und Magdeburg. Der Hochschulstrukturplan sieht Einsparungen an Studienplätzen und damit das Schließen einiger Institute vor. Und darunter sind auch alte Bekannte – wie etwa die Medienwissenschaften hier an der Uni Halle. Der Sturkturplan der Landesregierung wurde vom Studierendenrat der Uni und vom Aktionsbündnis MLU – Perspektiven gestalten mit Unverständnis aufgenommen.

Radio Corax sprach mit Anne Geschonnek vom Aktionsbündnis MLU über die geplanten Kürzungen im sogenannten “Hochschulstrukturplan”.

Der Senat hat sich für den Erhalt der Medien- und Kommunikatonswissenschaften ausgesprochen – es darf Weiterimmatrikuliert werden

Die Medien- und Kommunikationswissenschaften in Halle sind von der Schließung bedroht. In einer Sondersitzung des Senats sollte diese Woche darüber abgestimmt werden, ob die Immatrikulation in die Medienstudiengänge ab Wintersemester gestoppt werden solle. Das wäre der ersten Schritt zur Abwicklung des Instituts gewesen. Den Antrag hatte das Rektorat gestellt. Der Senat hat sich mit knapper Mehrheit von 12 zu 11 Stimmen gegen den Antrag des Rektorats entschieden und den vorläufigen Weitergang der Medien- und Kommunikationswissenschaften beschlossen. Zur Freude vieler Studieninteressierten. Wie die Senatssitzung genau ablief, und inwiefern tatsächlich von einer Rettung des Medieninstituts gesprochen werden kann, darüber haben wir uns mit Richard Schmidt unterhalten. Er ist studentischer Senator und Referent für innere Hochschulpolitik im Studierendenrat.

Radio Corax im Gespräch mit Richard Schmidt zur Senatssitzung.

Ihren Protest haben die Studierenden der Medien- und Kommunikationswissenschaften bei der Senatssitzung mittels eines selbstproduzierten Kurzfilms demonstriert.

Mehr infos zum Protest der Medienstudierenden in Halle unter sendeschluss-halle.de. Dort kann auch eine Petition zum Erhalt der Medien- und Kommunikationswissenschaften unterzeichnet werden.